Weblog

Seneca über das glückliche Leben

Bruder Gallio, alle wollen glücklich leben, aber sie sind verblendet zu erkennen, was es ist, was das glückliche Leben macht; und zumal es nicht leicht ist das gute Leben zu erlangen, deswegen tritt jeder weiter von diesem zurück, desto eiliger er zu jenem hineilt, wenn er vom Weg abgefallen ist.



Seneca: De vita beata (dt. Über das glückliche Leben). I, 1. Übersetzung von mir. lat.: Viuere, Gallio frater, omnes beate uolunt, sed ad peruidendum quid sit quod beatam uitam efficiat caligant; adeoque non est facile consequi beatam uitam ut eo quisque ab ea longius recedat quo ad illam concitatius fertur, si uia lapsus est.

Chris  Zitat des Monats  1 Kommentar

Gedankenfetzen Senecas über das Leben


"Du willst leben? Kannst Du das denn?" (1)

Die Frage Senecas erscheint fast widersinnig. Das Leben ist allgegenwärtig, ein ewiges Wuchern und Blühen um uns herum, während wir Sauerstoff in unsere Lungen schaffen, das Blut in unserem Körper zirkuliert und wir freudig bekennen können, dass wir leben.
Doch Seneca hat nicht den biologischen Akt des Lebens im Blick, mehr gehört für ihn dazu, als umherwandeln zu können. Und seine eindringliche Frage dringt tief, wenn wir unser Leben betrachten. Verstehen wir tatsächlich es zu leben?

Gesamten Artikel lesen!

Chris  Philosophie  4 Kommentare

Rituale

In seinem Roman Rituale schildert Cees Nooteboom die Welt und Sichtweise von Inni Wintrop. Dieser Mann treibt nach einem glücklosen Selbstmordversuch mit einer distanzierten Neugier durch das Amsterdam der sechziger und siebziger Jahre und beobachtet die Rituale der Menschen.
Zuletzt langt er bei der Überzeugung an, "[d]as Universum [käme] recht gut ohne die Welt aus"(1), die Welt ohne Menschen wohl eher besser als schlechter, und die Menschheit problemlos ohne ihn selbst. Vor dem Hintergrund dieser Einstellung zur Welt empfindet er eine Art von Freude am offensichtlichen Niedergang um ihn herum, am politischen, ökonomischen und ökologischen Kollaps; er sieht die Welt in Flammen stehen und erfreut sich an der Schönheit des Funkenfluges in der Nacht kosmischer Bedeutungslosigkeit.

Gesamten Artikel lesen!

Tom  Nachdenkliches  1 Kommentar