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Camus über das größte Problem der Philosophie

Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem:
den Selbstmord.



Camus, Albert: Der Mythos des Sisyphos. Übersetzt von Vincent von Wroblewsky. Reinbek: Rowohlt Verlag, 1999. S. 11

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Gefangen im Kreislauf der Geschichte

Machiavelli geht von einem ewigen Kreislauf der Geschichte aus. Staaten bewegen sich beständig von der Ordnung zur Unordnung und hiernach wieder zur Ordnung. Dies liegt zum Einen in der menschlichen Natur insofern, als dass der Mensch ebenso egoman wie auch ein gemeinschaftliches Dasein führen kann (die Egomanie tritt hier als Feind des gemeinschaftlichen Daseins auf und umgekehrt). Zum Anderen ist es in dem Umstand begründet, dass in menschlichen Dingen scheinbar niemals ein Stillstand eintreten kann. Jeder Aufstieg zu einer vollkommen organisierten Gesellschaft endet zwangsläufig mit ihrer Degeneration und, da sich der Stillstand verbietet, endet die Degeneration wieder in einem erneuten Aufstieg zu einer (nahezu) vollkommenen Gesellschaft.
Das Wechselspiel von Egomanie und dem Vermögen zum gemeinsamen Leben führen also immer wieder zu einem Zyklus der Geschichte der beständig zwischen Ordnung und Unordnung wechselt und keine Möglichkeit zum Entrinnen bietet.
Folgt man Machiavelli in dieser Auffassung, so stellt sich unwillkürlich die Frage, in welcher Phase wir uns heute wohl befinden mögen.

nach Kersting, Wolfgang: Niccolò Machiavelli. 2. Auflage. München: C.H. Beck (1998) S. 62f.

Chris  Philosophie  2 Kommentare

Der Albtraum, der zerstört

Wir alle haben Albträume, die einen selten, die anderen öfter. Ein junger Mann hatte allerdings einen besonderen.
Nach diesem Alptraum verhielt er sich apathisch gegenüber seinen Eltern, lag zusammengekrümmt auf dem Bett und schrie nur das er Angst vor den offenen Fenstern hätte und friere. Die Fenster wurden geschlossen, die Heizung aufgedreht bis eine unerträgliche Hitze in der Wohnung herrschte. Im Verlauf des Tages stellte sich jedoch nicht die geringste Besserung seines Zustandes ein und die Eltern entschieden sich einen Arzt hinzuzuziehen.
Der Arzt glaubte den Berichten der Eltern nicht, weder, dass der Sohn zuvor ein ganz normalerer Junge ohne Verhaltensauffälligkeiten war, noch glaubte er, dass ein Albtraum derartiges auslösen könne. Da sich der Junge jedoch offensichtlich in einem bedrohlichen psychopathologischen Zustand befand wies der Arzt ihn in eine psychiatrische Klinik ein.
Hier verliert sich die Spur des Jungen und ich weiß bis heute nicht was aus ihm geworden ist. Jedoch war ich mir nie so sicher wie der Arzt, dass ein Albtraum derartiges nicht auslösen kann. Ist es möglich derartiges zu einhundert Prozent wirklich auszuschließen, nur weil derartige Fälle äußerst selten auftreten und dann anderen Ursprüngen zugeschrieben werden? Wer weiß schon, was in uns schlummert und wer weiß schon, was für Schreckliches uns heute Nacht in unseren Träumen widerfahren könnte.

Chris  Nachdenkliches  6 Kommentare