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Über die Länge und Kürze des Lebens

Nicht viele Tage sind uns beschieden, das Leben kommt und verlischt in einem einzigen Lidzucken, viel zu wenig, viel zu kurz erscheint uns die Zeitspanne, die uns auf des Erden Antlitz gegeben ist.
So oder ähnlich argumentieren viele. Andere bedauern die Länge des Lebens, es erscheint ihnen zuviele Tage zu beinhalten, als das ein Mensch vermögen könnte sie mit Sinnhaftem anzufüllen. Im trügerischen Überfluss an Lebenslänge vertrödeln wir Unmengen an Zeit und verschenken Jahre durch nutzlosen Zeitvertreib, erst zu spät erkennend, wie wertvoll die Zeit eigentlich war.

Möglich, dass letztere recht mit ihrer Behauptung haben, dass wir zuviel Zeit verschwenden, während uns das Leben fast ewig erscheint. Aber was ist schon eine sinnvolle Handlung? Aufoktroyierte Vorstellung von materieller Produktivität oder die Förderung der Progression der eigenen Person? Die Differenzierung von sinnhaften und sinnlosen Handlungen erscheint willkürlich. Für die einen besteht jener Sinn wohl nur durch den Menschen hindurch und aus ihm heraus und steht keineswegs durch einen Gott zwischen die Sterne des Himmelszeltes geschrieben. Andere wiederum setzen ihren Glauben in einen Gott, andere in die Wiedergeburt und hätten sicherlich gerne noch ein paar Jahre um ihrem verschlissenem Karma diverse Verbände anzulegen...

...aber alle drehen sich im Kreise, alle Diskussion ist unentscheidbar und jedwede Klage umsonst.

Das Leben besteht aus Lebensvollzug, nicht in geplanten Handlungen, nicht in der Zukunft, sondern nur hier und jetzt, heute, zu dieser Stunde, zu dieser Minute, in dieser Sekunde, in diesem Augenblick des Lidzuckens.

Es ist und bleibt lebenslang.



verfasst von Chris | erschienen am 25.06.06  

Comments made

das leben? ein spiel. zeig mir gott. wie soll einer das können? seele, - was ist das? ewigkeit? kann ich mir nicht vorstellen. ich? ein konstukt der evolution. praxis der vernunft. worüber man nicht sprechen kann, davon wäre zu schweigen. leer werden. weder sich selber noch anderen schaden zufügen wollen. dies auch prämisse für die wissenschaft. es bewegt sich; aber unglaublich langsam im verhältnis zur schnelligkeit unserer gedanken.

lg
sensei
27.06.06 17:47:52
Dein Text führ mir gekonnt vor Augen, wie subjektiv Zeit zumindest für den Menschen ist. Solch objektiver Faktor wie die Zeit, für jeden schein sie anders, zu kurz zu lang. Ein jeder sucht das mittel um ihr einen Sinn zu geben, der Zeit auf Erden, sie mal dem Himmel, mal den Menschen, mal sich selbst zu widmen.
Die Frage die sich für mich dahinter verbirgt ist die nach der wirklichen Existens der Zeit, gibt es sie denn? Kant nach ist sie nur einer unserer gegebenen "Filter", eine der kategorien in denen wir denken müssen, weil wir es anders nicht können. So haben andere Tiere z.B. kein Zeitempfinden. Unsere Dimension, die durch Zeit, Raum und Ort bestimmt sind, müssen keine Objektiven Wahrheiten sein, sind es aber für uns Menschen, denn wir wissen es nicht besser, können es auch nicht.
Das Problem des Menschen ist nur, dass ihm so eine ungemeine Neugierde mitgegeben wurde, die ihn immer dazu verleitet subjektive Erfahrung in objektive Erkenntnis umwandeln zu wollen, ja damit sind wir Philosophen an erster Stelle gemeint. Aber Subjektiv und Objektiv, das ist beim Menschen zu oft eins.
29.06.06 11:25:06
Wo genau hast du her das Tiere kein Zeitempfinden haben?
Erklär das mal bitte einem Landwirt, der jeden Morgen vom Hahn geweckt wird.
Nur weil Tiere keine "Uhr-Zeiten" wahrnehmen sind sie doch nicht unfähig immer Zeitpunkte festzustellen.
(Gegensatz: Uhrzeit - Ereigniszeit)
30.06.06 14:22:42
soeren onez schrieb
>So haben andere Tiere z.B. kein Zeitempfinden
Schlendrian schrieb
>Wo genau hast du her das Tiere kein Zeitempfinden haben

ich vermute, das mit Zeitempfinden, das Bemerken des Vergehens von Zeit gemeint ist. Und nicht das zu einer bestimmten Zeit eine bestimmmtes Verhalten eintritt.

Zum Ursprung
Ich freu mich etwas gefunden zu haben, das in etwa das beschreibt, was ich mir vorstelle. Im Bezug auf Zeit.
28.02.09 23:23:59

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