Wir wissen nicht,
ob wir irgendetwas wissen,
oder ob wir nichts wissen.

Metrodoros von Chios

frei nach Cicero: Academica Priora, II, 72: Is, qui hunc maxume est admiratus, Chius Metrodorus initio libri, qui est de natura: nege, inquit, scire nos sciamusne aliquid an nihil sciamus, ne id ipsum quidem, nescire aut scire, scire nos, nec omnino sitne aliquid an nihil sit.

2 Antworten auf „“

  1. Wenn ich das richtig verstanden habe, können wir nach Descartes an allem zweifeln, ausser daran das wir zweifeln. Das würde aber bedeuten das wir zumindest wissen das wir zweifeln, was wiederum bedeutet das wir tatsächlich etwas wissen, nämlich das wir zweifeln. Wenn wir davon ausgehen, dass unser zweifeln notwendigerweise mit uns selbst indentisch ist, dann wissen wir auch, dass wir selbst existieren. Nichts anderes können wir wissen bzw. ich, da ich euch ja nicht wissen kann. 😉

  2. Ich würde Dir zustimmen, was Descartes angeht, jedoch kann man das wohl nicht ohne Probleme auf den Ausspruch des Metrodoros übertragen und das nicht nur wegen der rund 2000 Jahre, die zwischen den Bemerkungen liegen.
    Der Ausspruch des Metrodoros ist m.E. nach maßgeblich auf den geläufigen Satz des Sokrates bezogen, der sagte, er wisse, dass er nichts wisse. Damit meinte Sokrates jedoch keinen rigorosen Außenweltskeptizismus, sondern konkrete Wissensinhalte wie z.B. die konkrete Bedeutung und Definition des Phänomens der Freundschaft. Dadurch wäre der Satz des Metrodoros auch kein Außenweltskeptizismus wie der von Descartes, sondern ebenfalls auf konkrete Wissensinhalte bezogen.
    In einer strengen Lesart, in der man Metrodoros einen konsequenten Außenweltskeptizismus unterstellt, könnte man ihm tatsächlich vorhalten, dass er durchaus etwas wisse, und zwar, dass er existiert.
    Aber ich denke Metrodoros sperrt sich dagegen einen solchen Skeptizismus zugesprochen zu bekommen, zwar sind nur Fragmente von ihm erhalten, aber er war wohl Atomist und wir wissen ein wenig aus seiner Physik… …und das Betreiben von Physik gehört nun nicht gerade zu den Anliegen eines rigorosen Skeptikers.

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