An inside look for outsiders (I)

Würde man mich nach meiner Motivation befragen, die dazu führte, dass ich Dunkelraum.de in die Welt setzte, so könnte ich es kaum auf einen einzelnen Nenner bringen. Der gewichtigste Grund für dieses Unternehmen ist allerdings offenbar: Es ist die Liebe zur Philosophie, oder anders gesprochen, die philia zur sophia.
Dieser Liebe einen öffentlichen Raum zu geben, in der Hoffnung, dass sie andere in ähnlicher Weise bereichern wird, wie sie mich unablässig bereichert, ist eine der treibenden Kräfte gewesen. Und hier besteht genau genommen kein Grund für eine Vergangenheitsform, denn auch heute, hier und jetzt ist es für mich noch in gleicher Weise die treibende Kraft, wie vor knapp zwei Jahren, als dieses Unterfangen seinen Anfang nahm.

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Der Ort, an welchem die Artikel entstehen.

Es gab genau zwei Dinge, mit denen ich zu Beginn der Unternehmung nicht gerechnet hätte, zum Einen mit dem schnellen Anschwellen der Besucherströme auf täglich mehrere hunderte und zum Anderen mit den Umstand, dass prozentual betrachtet, so wenige Menschen ihre Gedanken in einem Kommentar öffentlich kundtun möchten. Tatsächlich gibt es zwar keine Notwendigkeit dazu, sich mitzuteilen, aber für viele scheint die Schwelle im Öffentlichen ihr Denken zu kommunizieren, weitaus höher, als ich erwartet hätte. Einige ziehen es wohl aus diesem Grund auch vor, mir ihre Gedanken oder einfach Dankesworte in einer privaten e-mail mitzuteilen. Indes, ich bin sehr zufrieden damit, das jenes, was aus der Spontaneität einer Idee entsprungen ist, so viel Anklang findet, vollkommen unabhängig davon, ob die Teilnahme sich nun auf das Lesen oder aktive Schreiben beschränkt.
Die mediale Verfasstheit, das Internet, erlaubt es, das Projekt in die Tradition eines großen Denkers stellen zu können und Menschen unentgeltlich den Raum zur Philosophie zu eröffnen, sie zum Philosophieren einzuladen, ganz wie Sokrates es tat. (1) Gleichsam muss betont werden, dass „sich in die Tradition stellen“ nicht bedeutet, sich gleichsetzen oder direkt vergleichen zu wollen. Aber es war mir von Anfang an ein Anliegen ein Angebot zu schaffen, das jedem die Möglichkeit zum Teilnehmen eröffnet und dafür keinen Tribut fordert. Jedem Menschen die Möglichkeit zum Teilnehmen zu geben bedeutet aber nicht nur, auf finanzielle Hürden zu verzichten (was andernfalls meine Liebe zur Philosophie auch zu einer Ware degradiert hätte), sondern auch die Artikel möglichst einfach zu halten, ohne dabei trivial zu werden; ein Spagat, der nicht immer einfach war.
An dieser Stelle soll auch Thomas alias Tom Dank sein, dass er dieses Projekt mit seinen Artikeln so unablässig unterstützt hat und hoffentlich auch noch eine Weile unterstützen wird, ebenso wie den Lesern, die dem Geschriebenen erst einen Sinn geben.

So bleibt am Ende nur zu wiederholen, was ich Anfangs bereits anführte. Ich hoffe, dass dieses Projekt anderen die Liebe zur Philosophie, oder die philia zur sophia, näher gebracht und ihr Leben bereichert hat.

(1) Xenophon: Memorabilien. Erinnerungen an Sokrates. A, II, 5

2 Antworten auf „An inside look for outsiders (I)“

  1. ihr wollt doch wohl nicht wirklich aufhören! bin nach mehrwöchiger auszeit langsam wieder am hochfahren und habe eure worte zum sonntag sofort vermisst. hatte allerdings, was mir lieber gewesen wäre, erstmal t-online in verdacht. –
    bitte macht weiter.
    gruß aus dem all von sabine
    und bitte irgendwie weitermachen…

    p.s.
    das habe ich während meiner MHH-excursionen aufgegabelt und es paßt irgendwie immer:

    [Text des Gedichts wegen Konflikt mit dem Urheberrecht durch den Administrator gelöscht]

  2. Hallo Sabine, wir kennen uns ja noch gar nicht, schön, dass Du dich zu Wort meldest und um gleich auf das Wichtige einzugehen: Nein, von Aufhören war keine Rede, sondern nur vom zweijährigen Jubiläum von Dunkelraum. Freilich, der Tag des Endes wird kommen, wie er für alle Dinge kommt, er ist vorgezeichnet, er ist sicher – aber noch liegt er im Nebel und ist unbestimmt.
    Bis dahin weiterhin viel Freude an Dunkelraum!

    Leider werde ich das Gedicht, von dem Du so freundlich warst, es uns zuteil werden zu lassen, gleich löschen müssen, da die Publikation hier das Urheberrecht verletzt. Gefallen hat es mir allerdings durchaus!

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