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Wittgenstein: Die Komplexität der Philosophie

Warum ist die Philosophie so kompliziert? Sie sollte doch ganz einfach sein. - Die Philosophie löst Knoten in unserem Denken auf, die wir unsinnigerweise hineingemacht haben; dazu muß sie aber ebenso komplizierte Bewegungen machen, wie diese Knoten sind. Obwohl also das Resultat der Philosophie einfach ist, kann es nicht ihre Methode sein, dazu zu gelangen.
Die Komplexität der Philosophie ist nicht die ihrer Materie, sondern, die unseres verknoteten Verstandes.


Ludwig Wittgenstein


in: Wittgenstein: Philosophische Bemerkungen. Werkausgabe Band.2. Hsrg. von Rush Rhees. Frankfurt: Suhrkamp (1984): S.52 [Hervorhebung i. Orig.]

Sonja  Zitat des Monats  1 Kommentar

Das Gewebe der Wirklichkeit – zu Wilhelm Schapps Geschichtenphilosophie

Was geht es uns an, das allumspannende Nichts, in das sich ein Universum ausbreitet, von dem wir kaum etwas wissen und das wir nie sehen werden? Was geht sie uns an, die Leere zwischen den Atomen, die unter dem Blick der Wissenschaftler in immer winzigere Teilchen zerfallen und deren Natur selbst sie nicht recht begreifen?
Trotzdem sind wir gewohnt, dies die Wirklichkeit zu nennen, hard facts der Welterkenntnis – Erkenntnisse über eine Welt, die wir nie zu Gesicht bekommen werden, die unerreichbar hoch über uns und in den subatomaren Tiefen von uns so wenig Notiz nimmt, wie wir von ihr. Eine Wirklichkeit, die wir nur von Computermodellen und Schnappschüssen in die Unendlichkeit gerichteter Teleskope kennen.
Nein, es geht hier nicht darum, das Streben nach dem Wissen darüber was die Welt im Innersten zusammenhält zu verspotten. Es geht um die Frage, was es ist, das wir Wirklichkeit nennen – und wo wir sie zu finden hoffen: An den äußeren Rändern unserer Erkenntnis oder im Zentrum unseres Erlebens?

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Tom  Philosophie  3 Kommentare

Wir wissen wo du wohnst!

Auf der aktuellen Titelseite der Wochenzeitung "Die Zeit" warnt Susanne Gaschke vor dem "Google-Wahn" (1). Die Möglichkeiten, die Google seinen Nutzern bietet, können jeden betreffen, eben auch Nichtnutzer. Beispielsweise wenn wir bei Google Street View zu sehen sind. Besonders aufmerken lässt aber das neueste Google-Produkt von dem Gaschke berichtet: Das internetfähige Handy Nexus One. Dieses Handy enthalte das Programm "Goggles", das bereits heute in der Lage sei, Gesichter auf mit dem Handy geschossenen Fotos durch biometrische Bildersuche via Internet zu erkennen. Vorausgesetzt, es gibt von der betreffenden Person irgendwo im Internet bereits Fotos. Momentan ist diese Funktion im Google Handy noch deaktiviert bis datenschutzrechtliche Probleme ausgeräumt seien. Aber was dann?

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Sonja  Nachdenkliches  13 Kommentare