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Odo Marquard über das Studium der Philosophie

Denn Philosophie als Studium:
das bedeutet - damals wie heute - in aller Regel
nicht den Beginn einer erfolgreichen Karriere,
sondern den Beginn einer persönlichen Tragödie, [...].


- Odo Marquard



Marquard, Odo: Abschied vom Prinzipiellen. Philosophische Studien. Stuttgard: Reclam Verlag (1981): S. 6

Chris  Zitat des Monats  10 Kommentare

Der ewige Traum

Den Traum vom Wachen zu unterscheiden scheint uns ein leichtes Spiel, zwar täuschen wir uns oft im Traum und halten uns für wach, obwohl wir schlummernd im Bett liegen, doch merkwürdiger Weise meinen wir im Vollzug des Alltags uns sicher sein zu können, dass wir nicht träumen.
Für den Philosoph Descartes hingegen war es nicht gewiss, dass wir, obwohl wir uns hin und wieder irren, dennoch zumeist wissen, dass wir nicht träumen. Zwar räumt er ein, erscheine einem im Wachen alles realer als es das jemals in einem Traum könne, jedoch hätte er sich auch hierüber bereits in Träumen getäuscht und sich, den Schlafenden, für einen Wachen gehalten. Es scheint, so Descartes, kein sicheres Kriterium zu geben, dass uns versichert, dass wir gerade nicht schlafen.

Wer möchte ihm da wiedersprechen und wer fällt nicht immer aufs Neue auf seine eigenen Träume herein und schreckt mit einer Angst im Nacken aus Albträumen empor oder dem wohligen Gefühl der Zufriedenheit aus einem angenehmen Traum? Vielleicht träumen wir sogar gerade jetzt.

René Descartes. Meditationen über die Erste Philosophie. Hrsg. und übersetzt von Gerhart Schmitt. Stuttgard: Reclam 1986. Erste Meditation, Artikel 3-5

Chris  Philosophie  5 Kommentare

Wozu Kunst?

Die Frage, wozu Kunst denn nun eigentlich gut sei, klingt vielleicht zunächst absurd, doch kommt man nicht daran vorbei, wenn plötzlich vom Ende der Kunst die Rede ist.
Was geht da zu Ende und warum?
Was hat es vorher gemacht und wer hat es sich ausgedacht?
Viele Philosophen haben sich diese Frage gestellt und versucht eine Antwort darauf zu finden, was Kunst ausmacht und was ihr Zweck sei.

Kant oder Schiller etwa haben versucht zu beweisen, dass die Kunst, ähnlich wie die Natur, uns vor Augen führt, dass wir einerseits vergänglich sind, andererseits aber auch an Erkenntnis und Vernunft teilhaben. Dies, so ihre Auffassung, befördert die Selbsterkenntnis und führt letztlich dazu, dass wir besser verstehen, was wir sind.

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Tom  Nachdenkliches  13 Kommentare