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Nietzsche über unbequeme Kritik

Verkehrte Welt. - Man kritisiert einen Denker schärfer, wenn er einen uns unangenehmen Satz hinstellt; und doch wäre es vernünftiger, dies zu tun, wenn sein Satz uns angenehm ist.



Nietzsche, Friedrich: Menschliches, Allzumenschliches. 9. Hauptstück, § 484. Zitiert nach: Schlechta, Karl (Hg.): Friedrich Nietzsche. Werke in drei Bänden. München/Wien: Carl Hanser Verlag, 1966. Bd II, S. 693

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Was ist der Mensch?

Die Frage, was der Mensch sei, ist wohl eins der zentralsten Probleme, welche die Philosophie kennt - und das nicht etwa, weil es einfach ein herrlich umfassendes und schwer zu greifendes Thema ist, sondern weil die jeweilige Antwort zu allen Zeiten höchsten Einfluss auf Individuen und Gesellschaften hatte und nach wie vor hat.

In der christlichen Vorstellung ist der Mensch das Ebenbild Gottes und so kommt ihm in der Welt eine Sonderstellung zu – er wurde geschaffen, um über die Erde und alle anderen Wesen zu herrschen. Daraus erwächst ein gewaltiges Selbstbewusstsein der Spezies als Ganzes, eine metaphysische Legitimation der Kolonisierung und Ausbeutung der Erde, sowie der Unterwerfung des Tierreichs mit den bekannten – und, wie wir heute wissen, katastrophalen – Folgen.

Als Charles Darwin 1859 »Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl« veröffentlichte, vollzog sich damit das, was heute als biologische Kränkung bezeichnet wird: Seine, in diesem Werk vorgestellte Evolutionstheorie stellte die Sonderstellung des Menschen, wie sie im christlichen Weltbild selbstverständlich war, in Frage: Nachdem Kopernikus bereits festgestellt hatte, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Kosmos' ist (Was heute als kosmologische Kränkung bekannt ist) stellte sich nun der Mensch plötzlich nicht als etwas unvergleichliches und besonderes dar, sondern lediglich als ein hochentwickeltes Tier.

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Tom  Philosophie  19 Kommentare

Ein Ort für die Liebe

Zwei Menschen lieben einander.
Welches Bild werden wir mit diesem Umstand assoziieren?
Eine Frau und ein Mann, zwei Frauen, zwei Männer - gleichviel. Sie heiraten oder heiraten nicht, sie gründen einen gemeinsamen Haushalt oder verbleiben in zweien. Sie bekommen (durch Schwangerschaft oder Adoption) ein Kind, zwei, drei oder keins. Sie bilden auf die eine oder andere Weise eine Lebensbewältigungsgemeinschaft und leben glücklich in eine Zukunft hinein, die für unsere Zwecke belanglos ist.
Jeder wird entsprechend seiner Neigung eine Vorstellung nach dem obigen Muster haben und die Meisten leben in der Hoffnung auf die Möglichkeit, diese Vorstellung Wirklichkeit werden zu lassen, nach Möglichkeit für immer.

Warum?

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Tom  Nachdenkliches  5 Kommentare