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Was ist Aufklärung?

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten
Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.


Kant, Immanuel: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? In: Immanuel Kant. Schriften zur Anthropologie, Geschichtsphilosophie, Politik und Pädagogik. Hrsg. von: Wilhelm Weischedel. 5. Auflage. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft (1998). (=Werke, Bd. 6)

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Der Satz des Pythagoras

In der Schulzeit dürfte wohl niemand an diesem geometrischen Theorem vorbeigekommen sein, wohl aber kaum jemand dürfte wissen, dass der Satz des Pythagoras vermutlich kaum von Pythagoras selbst stammt.

Faktisch kann mit großer Sicherheit behaupten werden, dass das geometrische Theorem bereits vor Pythagoras in Babylonien bekannt war. Damit jedoch nicht genug, vielmehr stellt sich überhaupt die Frage, inwiefern Pythagoras mit der Mathematik zu schaffen hatte. Spätere Pythagoreer hatten das Interesse an der Mathematik sich zu eigen gemacht, wie z.B. Philolaos, welcher der Auffassung war, dass nichts ohne Zahlen erkannt werden könne, oder Archytas von Tarent. Jedoch lässt sich kein Nachweis dafür erbringen, das Pythagoras sich selbst mit der Mathematik befasste.
Doch wie kam es nun, das jenes geometrische Theorem den Namen "Satz des Pythagoras" erhielt? Vermutlich liegt der Grund in einer Geschichte, welche im zweiten Jahrhundert vor Christus auftaucht und vermutlich von einem nicht näher bestimmten Apollodoros stammt. In dieser Geschichte berichtet Apollodoros, Pythagoras hätte einen Ochsen geopfert, nachdem er das geometrische Theorem bewiesen hatte.

Alles nur eine Geschichte die jenen Pythagoras lobt, der wohl mehr ein Mystiker als ein Mathematiker war? Den entgültigen Beweis ist die Wissenschaft bislang schuldig geblieben, doch es scheint fast so, als ließen die Indizien keinen anderen Schluss zu.
Der Satz des Pythagoras ist jedenfalls mit Sicherheit der Satz Babyloniens, ob sich Pythagoras nun mit der Mathematik beschäftigt hat, oder nicht.

nach: Huffmann, Carl A.: Die Pythagoreer. in: Philosophen der Antike I. Hrsg. von Friedo Ricken. Stuttgart: Kohlhammer Verlag (1996)

Chris  Philosophie  5 Kommentare

Die Poesie der Philosophie

Wenn Philosophie der liebevolle Umgang mit der Wahrheit ist, wie Dante Alighieri schrieb, dann ist Poesie vielleicht der liebevolle Umgang mit dem Alltäglichen.

Der poetische und in gewisser Weise magische Vorgang, verwandelt ein Objekt oder einen Moment in etwas, das ungleich mehr ist. Es verschmilzt mit dem, was dahinter liegt.
Es liegt etwas metaphysisches darin und nicht zuletzt daher kommt es wohl, dass der Begriff der Epiphanie, der ursprünglich die Offenbarung Gottes bezeichnete, an dieser Stelle in die Sphäre des Profanen und Selbstverständlichen herabgesunken ist.

Der poetische Moment zeigt das Gewebe der Welt als fadenscheinig und abgewetzt, wo es am selbstverständlichsten ist und hindurch schimmert eine Tiefe und Bedeutung, die man nie beobachtet hat. Das Poetische, schreibt Genazino, ist der Gewinn einer Anschauung von etwas, was gleichzeitig als wertlos hätte übersehen werden können.
Oft ist es gerade die Tatsache, dass etwas banal und nur allzu vergänglich ist, die den Betrachter gewissermaßen mit sich hinabzieht und ermöglicht, dass man die Welt von unten, aus der Perspektive eines Objektes sieht, das schutzlos und winzig auf dem Boden der viel wichtigeren Realität liegt, als hätte es jemand dort verloren.
Der Mensch, der einen solchen poetischen Augenblick erlebt, stellt sich plötzlich eine Frage, deren Antwort zu trivial wäre, um sie zu formulieren. Er stellt sie dennoch - und wundert sich.

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Tom  Nachdenkliches  2 Kommentare